24 Januar 2014 - 20:30
Teheran: Umweltsünder sollen härter bestraft werden

- Mohammad Hadi Heydarzadeh, der Direktor des Umweltamtes der Provinz Teheran hat religiöse Gelehrte und Juristen dazu aufgefordert, Umweltsünder als vergleichbar mit Mördern zu verurteilen. Und diejenigen, die ihrer Verpflichtung zur Bekämpfung der Luftverschmutzung nicht nachkommen, sollten vor Gericht gestellt werden.

Unter Hinweis auf einen kürzlich vom iranischen Gesundheitsamt veröffentlichten Bericht sagte Heyarzadeh, dass die Luftverschmutzung eine Hauptursache von Krebs ist und allein in Teheran jährlich 2.700 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung sterben. Damit nimmt Teheran weltweit eine unrühmliche Spitzenposition ein. In den späten 1990er Jahren sei zwar ein Plan entwickelt worden, um die Luftverschmutzung in Teheran zu bekämpfen, doch sei dieser nur ansatzweise realisiert worden. Vor allem die Autohersteller hätten ihr Versprechen, abgasärmere Fahrzeuge zu produzieren, nicht eingehalten. Bei einem kürzlichen Treffen von politisch Verantwortlichen und Vetretern der Autokonzerne sei nun vereinbart worden, bis Juni 2014 die Euro-4-Standards zu erreichen. Weiter müsse das öffentliche Transportsystem ausgebaut und strikter darauf geachtet werden, dass das Gesetz zur regelmäßigen Inspektion von Fahrzeugen eingehalten wird. Ein Großteil des Problems entsteht durch die 17.000 verschmutze Luft ausstoßenden Industrieanlagen in der Provinz Teheran, von denen möglichst viele verlagert werden sollten. Und nicht zuletzt müsse etwas gegen die Überbevölkerung der Provinz getan werden, denn diese führe zwangsläufig zu Umweltbelastungen, auch wenn fast 40 Prozent des Territoriums zu einer umweltgeschützten Zone gehören. Planungsfehler der vergangenen Jahre hätten jedoch zu einer ungeregelten Ausbreitung der Stadt Teheran geführt.